Kriegsenkel in meiner Praxis

Die Reaktionen auf meinen ersten Buchartikel (http://meyer-legrand.eu/?p=701) waren überwältigend! Zahlreiche Leser und Befürworter meiner Arbeit haben sich gemeldet, und das PDF meines Artikels wurde schon mehrfach heruntergeladen. Besonders gefreut hat mich der Beitrag von Viola S., einer Klientin, die der Artikel dazu animiert hat, über ihren Geschichte als Kriegsenkelin und die Arbeit mit mir als Coach zu erzählen:

„Das ist ein spannender Artikel zu einem Thema, das ich interessiert verfolge, seitdem mich Frau Meyer-Legrand in einem Coaching auf diese Spur gebracht hat.

Ein Blick zurück: Ich kam beruflich nicht voran, traute mir wenig zu und konnte die durchaus vorhandenen Erfolge nicht sehen. Arbeit, das war schwer und kein Vergnügen, Freude hatte da nichts zu suchen.

Ein Blick in meine Familie brachte zutage, was ich insgeheim ahnte. Mein Vater, großgeworden als viel geschlagenes Nachkriegskind „ohne was zu fressen“, dem wurde auch „nie was geschenkt“, der musste sich „den Arsch abarbeiten“, davon erzählte er oft.

Er war es, der mir einen Ausbildungsplatz besorgte, den ich schrecklich fand, mich das aber nicht zu sagen traute. Er war nämlich zufrieden, mich so gut versorgt zu wissen, und irgendwie dachte ich auch, dass es schon richtig ist. Zehn Jahre habe ich in dem Beruf ausgehalten, dann Abitur und Studium nachgeholt und mir etwas aufgebaut, das stolz machen kann. Da musste ich aber erst mal hinkommen …

Geholfen hat mir das genaue Anschauen meiner „Familien-Ressourcen“, dabei habe ich Wertvolles entdeckt: Mein Vater war nämlich nicht nur verbittert und aggressiv. Sondern auch ein Anarchist, einer, dem die Normen ganz egal sind, der mit meiner Mutter – ohne Trauschein! – in einem auseinanderfallenden Käfer nach Italien fährt, um auf dem Markusplatz Picknick zu machen. Und immer mit dem großen Vertrauen unterwegs ist, dass ihm schon nichts passiert.

Und plötzlich hat sich etwas gelöst in mir: Ich habe nämlich auch solche Anteile geerbt und ich lasse sie zu: Die „mir kann keiner“-Haltung passt gut zu mir und durfte sich niederlassen. Und mein Berufsleben? Nicht immer nur goldig, aber ich bin selbstsicherer, weiß was ich will, und traue mich, das zu verfolgen. Darüber freue ich mich sehr!“ (Viola S.)

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